Dienstag, 5. Juni 2012

Grundlagen der Fotografie


So, heute möchte ich euch mal den "Neulingen" unter euch - zumindest was die Fotografie betrifft- einfach erklären, wie man die richtigen Einstellungen bei einer Kamera findet!

Heute erkläre ich euch dann einfach mal die Grundlagen der Belichtung.

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Unter Belichtung versteht man immer das Zusammenspiel von drei Elementen; der Blendenöffnung, der Verschlusszeit und der Lichtempfindlichkeit.

Kurz gesagt steuert der Verschluss die Zeitdauer, in welcher Licht auf den Sensor oder Film trifft und die Blendenöffnung die Menge des Lichts. Auf die Lichtempfindlichkeit, welche man auch ISO-, ASA- oder DIN-Zahl  nennt, werde ich erst später eingehen.


Genauere Erläuterung:


Verschluss

Der Verschluss steuert die Belichtungszeit, bzw. die Belichtungsdauer, also die Zeitspanne in der Licht auf ein photosensibles Medium stößt. Unter einem solchen Medium versteht man den Film bei analogen Kameras und den Sensor bei Digitalkameras.

Verschlusszeit: 1/160 Sekunde
Die Schreibweise für die Belichtungszeit schreibt sich meistens in Brüchen mit der Ergänzung "s" für Sekunde. Eine Belichtungszeit von einer Zehntel Sekunde schreibt sich als 1/10s. Bei Zeitdauern über einer  Viertel-Sekunde schreibt man x", wobei x eine beliebige Zahl größer als 1/4 ist. So schreiben sich 0,3 Sekunden auch 0"3s, eine Sekunde als 1" oder 1,6 Sekunden als 1"6. So viel zur Schreibweise.

Bei den meisten Kameras lässt sich diese Zeit von einer viertausenstel Sekunde (1/4000s) bis 30 Sekunden variieren.
Verschlusszeit: 1/8tel Sekunde

Verlängert man die Verschlusszeit von einer auf die nächste Stufe (abhängig von Kameratyp/ Stufen), so fällt insgesamt (bei gleicher Blendenöffnung) doppelt so viel Licht auf den Sensor oder Film.
Die Stufen wären folgende:
1/4000, 1/3200, 1/2500, 1/2000, 1/1600, 1/1250, 1/1000, 1/800, 1/640, 1/500, 1/400, 1/320, 1/250, 1/200, 1/160, 1/125, 1/100, 1/80, 1/60, 1/50, 1/40, 1/30, 1/25, 1/20, 1/15, 1/13, 1/10, 1/8, 1/6, 1/5, 1/4,  0"3, 0"4, 0"5, 0"6, 0"8, 1", 1"3, 1"6, 2", 2"5, 3"2, 4", 5", 6", 8", 10", 13", 15", 20", 25", 30", BULB
Verschlusszeit: 4 Sekungen

Beispiel: Steigert man die Verschlusszeit von 1/1000 auf 1/500, so fällt doppelt so lange Licht, also doppelt so viel Licht auf das photosensible Medium.

Bei manchen Kameras gibt es auch die "BULB"-Einstellung, bei welcher man eine komplett individuelle Verschlusszeit erreichen kann. Der "Modus" lässt so lange Licht auf den Sensor fallen, wie lange man den Auslöser gedrückt hält. Natürlich ist es etwas umständlich, sagen wir mal 20 Sekunden den Auslöser gedrückt zu halten, aber es mag nunmal seine Vor- und Nachteile haben.

Blende

Die Blende steuert die Lichtmenge, die innerhalb, durch den Verschluss vorgegebenen Zeitraum auf das photosensible Medium fällt.
Eine mögliche Übersetzung für Blende könnte auch "Öffnung" sein.

Im mechanischen Sinne ist die Blende eine Vorrichtung im Objektiv, die den Lichteinfall reguliert. Die am häufgisten auftretende Blende ist die "Lamellen-" bzw. "Irisblende", bei der sich Lamellen-Bleche, welche kreisförmig im optischen System (Objektiv) angeordnet sind, je nach Einstellungen so ineinander verschieben, dass die Lichtmenge entweder zu- oder abnimmt.
Bei einer hohen Lichtdurchfallmenge ist die Blende weit geöffnet, die Lamellen-Bleche bilden also eine große Öffnung. Umgekehrt bilden bei einer eher geschlossenen Blende die Lamellen-Bleche einen kleineren Kreis, wodurch weniger Licht auf den Sensor oder den Film treffen kann.

Blendenwerte:

Zahlenkranz am Objektiv (Canon AE-1)
Die Skala beginnt im Durchschnitt bei 2,8 oder 3,5; Schlechtere Objektive (lichtschwache Objektive, also Objektive mit einer "kleineren Blende(nöffnung)") erst bei 4 und enden bei etwa 32. Je nach Objektiv kann dies aber auch variieren, die die Objektive meist nur den mittleren Bereich abdecken.

Folgende wären die möglichen Werte: 1 / 1,4 / 2,8 / 3,5 / 4 / 5,6 / 8 / 11 / 16 / 32 / 45 / 64
Den Blendenwert finden wir meistens am Zahlenkranz vom Objektiv.

So, was bedeuten nun diese Zahlenwerte?

Durchgängige Blendenöffnung von 1.8
Geht man von einer Blendenöffnung von 2,8 aus, so lässt man eine bestimmt Menge Licht auf den Sensor bzw. Film. Verkleinert man die Blende auf die nächste Stufe, also 3,5, so lässt man nur noch halb so viel Licht einfallen. Mit der Blende 4, welche der 3,5 folgt, lassen wir also nur noch die Hälfte des Lichts, welches bei 3,5 einfällt, auf den Sensor, was wiederum einem Viertel von 2,8 entspricht. Das klingt jetzt alles etwas kompliziert aber allgemein kann man sagen, dass pro Stufe nur noch die Hälfte des vorhergehenden Lichts einfallen lässt.
Dies fasst man auch unter dem Begriff "Blendenreihe" zusammen: Diese bezeichnet die Reihe von Blendenwerten, die jeweils die doppelte (bzw. halbe) Menge Licht einfallen lassen.

Ein größerer Blendenwert, bzw. eine größere Blendenzahl entspricht einer kleineren Blendenöffnung,
ein kleinerer Blendenwert, bzw. eine kleinere Blendenzahl entspricht einer größeren Blendenöffnung.



Faustregeln: 

Umso kleiner der Blendenwert, desto weiter ist die Blende geöffnet und desto größer ist der Lichteinfall, desto lichtstärker ist das Objektiv.

Umso größer der Blendenwert, desto geschlossener ist die Blende und desto weniger Licht fällt auf den Film oder den Sensor, desto lichtschwächer ist das Objektiv

Lichtstarke Objektive sind allgemein teurer, jedoch lohnen sich die Kosten auf Dauer! Für den Anfänger reichen aber auch lichtschwächere Objektive.
Die Lichtstärke eines Objektivs entspricht allgemein der größten relativen Öffnung.


Zusammenspiel von Verschluss und Blende

Wdh. Verschluss:
Vivitar Objektiv: 28-200mm,  F/ 1:3.5-5.3

"Verlängert man die Verschlusszeit von einer auf die nächste Stufe (abhängig von Kameratyp/ Stufen), so fällt insgesamt (bei gleicher Blendenöffnung) doppelt so viel Licht auf den Sensor oder Film."
Wdh. Blende:
"Verkleinert man die Blende auf die nächste Stufe,[...] so lässt man nur noch halb so viel Licht einfallen."

Folglich erlangt man bei einer Erhöhung der Verschlusszeit von einer auf die nächste Stufe, und einer Verkleinerung der Blende von einer auf die nächste Stufe, die gleiche, korrekte Belichtung!

So, man fragt sich nun natürlich, was es einem bringt, wenn man mit verschiedenen Einstellungen die gleiche Belichtung finden kann. Da könnte man die Einstellungen ja direkt der Automatik überlassen!



Deswegen betrachte man nun die weitere Funktion der Blende:

Sie steuert nämlich nicht nur die Stärke der Beleuchtung des photosensiblen Mediums, sondern auch die Schärfentiefe, bzw. den scharf gestellten Bereich!

Durch eine kleinere Blendenöffnung (größere Blendenzahl) werden nämlich auch die Unschärfenkreise kleiner. Dies liegt daran, dass die einfallende Lichtkegel kleiner wird, und folglich einen kleineren bzw. spitzeren Einfallswinkel hat. Somit vergrößert sich der Bereich im Motiv, der scharfgestellt ist. Folglich nimmt die Schärfentiefe (Bereich der scharfen Abbildung) beim verkleiner der Blendenöffnung (Vergrößerung der Blendenzahl) zu.
Dieser Effekt ist vor allem für Weitwinkelaufnahmen, also Landschaftsfotografie oder Gruppenfotos von Wichtigkeit. Um einen unscharfen Fotorand zu vermeiden, sollte also die Blendenöffnung verkleinert werden und somit die Belichtungszeit verlängert, so lange es das Motiv zulässt.


Blendenöffnung 14
Blendenöffnung 9
Blendenöffnung 2.8

Blendenöffnung 1.8





Hieraus folgt natürlich auch folgende Faustregel:

Je größer die Blendenöffnung (kleinere Blendenzahl), desto größer werden die Unschärfenkreise, umso kleiner ist der Bereich der scharfen Abbildung (Schärfentiefe)!



Fazit:
Mit verschiedenen Einstellungen kann man die gleiche, korrekte Belichtung erlangen, jedoch mit der Schärfentiefe variieren.



Fortsetzung folgt! Für heute Abend soll es erstmal genug sein, demnächst gibts dann noch die Infos zu der Lichtempfindlichkeit und Visualisierungen zur Veranschaulichung!







Kommentare:

  1. Danke für deinen lieben Kommentar :)

    Ich finde deine Bilder schon sehr gelungen und ich wette du gehst professioneller ans Werk, als ich. Zumal die meisten Bilder von mir eh mein Freund macht.
    Deine Posts zu den Grundlagen der Fotografie sind sehr gelungen und daran merkt man auch, dass du es verstehst und weisst, was du tust.

    An Verbesserungsvorschlägen habe ich, dass du ruhig mutiger werden solltest, was Bildausschnitte und allg. Motive betrifft. Einige Bilder sind recht konventionell und "normal". Du solltest deinen Stil finden, der dir Wiedererkennungswert gibt. Besser kann ich es nicht erklären.

    Aber zBsp bei dem Mädchen mit dem "Kopftuch", sie ist so schön und sollte auch hervorgehoben werden, deshalb einfach einen Bildausschnitt nur von ihr wählen. Die Bearbeitung dazu ist ja schon klasse.

    Und ich persönlich mag nicht, wenn das "Copyright"/Wasserzeichen auf den Bilder zu groß und vom Rest ablenkt. Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig helfen :)

    Liebe Grüße

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  2. Gerne gerne :)

    Oh, das hätte ich nicht erwartet :O Aber dann hat zumindest dein Freund ein gutes Händchen, wobei ich nicht glaube, dass du weniger tallentiert bist.

    Ja, Bildausschnitte wirken, wenn sie nicht gut sind immer leicht, ehm wie sage ich es... verfehlt? Halt ungewollt und schlechter. Deshalb bin ich da noch ewtas zurückhaltend :S Aber beim nächsten mal Bilder zuschneiden werde ich wohl mutiger sein :S Danke für den Tipp! :)

    Das Mädchen mit dem Foto von dem Mädchen mit dem "Kopftuch" (spontan den Schal umgewickelt) war übrigens ein totales Zufallsbild :) Hatte aber auch schon ähnliches überlegt, ob ich dann nicht einfach die Schärfentiefe bzw. den Fokus nur auf das Mädchen setze und das andere Mädchen somit fast komplett unscharf mache. Weil in Quadratisch sah das Foto nicht so schön aus :( Aber bei ähnlichen Fotos werd ich mal darauf achten :)

    Und das Wasserzeichen reduziere ich einfach an Deckkraft, dann lenkt es in Zukunft hoffentlich weniger ab :S

    Ja, das war mir eine sehr große Hilfe! Vielen vielen Dank :)
    Liebe Grüße :)

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  3. Lust auf gegenseitiges verfolgen ? - würde mich echt freuen !

    http://fivethingsinlife.blogspot.de/

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